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Auslistungen im Baumarkt früh erkennen: Hornbach, OBI, Bauhaus und toom

Von Redaktion watch.diy (Watch AI GmbH) · Veröffentlicht am

Kurzantwort

Eine Auslistung kündigt sich im Baumarkt selten offiziell an, aber sie ist von außen früh zu sehen, und zwar auf zwei Ebenen. Online verschwindet die Produktseite aus dem Sortiment des Händlers oder der Artikel ist dauerhaft nicht mehr online bestellbar. In den Filialen läuft der Bestand aus: Ein Markt nach dem anderen meldet den Artikel nicht mehr als vorrätig, und es kommt kein Nachschub. Das zweite Signal kommt meist vor dem ersten und lange vor dem Abverkaufsbericht. Wichtig ist die Abgrenzung: Ein leerer Markt kann auch ein Lieferengpass sein, und eine geschlossene Filiale ist keine Auslistung. watch.diy beobachtet Listung, Online-Status und Filialbestand Ihrer Artikel täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom und zeigt, wenn ein Artikel aus dem Sortiment fällt oder in immer mehr Märkten ohne Nachschub ausläuft.

Warum es sich lohnt, eine Auslistung früh zu sehen

Im Baumarkt erfährt ein Hersteller von einer Auslistung oft erst, wenn die Bestellungen ausbleiben oder der Abverkaufsbericht des Händlers einen Artikel nicht mehr führt. Dann ist die Entscheidung meist gefallen und die Fläche neu vergeben. Wer die ersten Anzeichen sieht, hat noch Zeit: für ein Gespräch mit dem Einkauf, für einen Nachfolgeartikel, eine Aktion oder eine geänderte Packungsgröße.

Der Druck auf die Sortimente ist real. OBI kündigte im Oktober 2025 an, Sortimente ab 2026 stärker aus einem globalen Category Management zu verantworten und die eigenen Marken wie LUX-TOOLS, Jamestown und baliv „über alle Länder hinweg stärker aufzustellen“. Laut BHB lag der Umsatz der Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland 2025 bei 20,58 Mrd. Euro, 1,6 % unter dem Vorjahr. In einem schrumpfenden Markt mit wachsenden Eigenmarken wird um jeden Regalmeter verhandelt.

Auslistung hat zwei Ebenen: Sortiment und Filiale

Wie bei der Listung lohnt es sich, die Ebenen zu trennen. Was „gelistet“ genau heißt, beschreibt der Ratgeber Listungen prüfen. Für die Auslistung sind zwei davon von außen sichtbar:

  • Aus dem Sortiment: Der Händler führt den Artikel nicht mehr. Die Produktseite ist nicht mehr erreichbar oder der Artikel taucht im Onlineshop nicht mehr auf. Das ist das eindeutige, aber späte Signal.
  • Aus den Filialen: Der Artikel ist noch angelegt, aber Markt für Markt nicht mehr vorrätig, und es kommt keine Ware nach. Das ist das frühe Signal, denn ein Händler verkauft Restbestände oft ab, bevor er den Artikel aus dem Sortiment nimmt.

Fünf Signale, an denen man eine Auslistung erkennt

Frühe und späte Anzeichen einer Auslistung
SignalWo es sichtbar istWie eindeutig
Bestand sinkt in immer mehr Filialen auf null, ohne NachschubVerfügbarkeit pro Markt auf der ProduktseiteFrüh, aber mehrdeutig: auch Lieferengpass möglich
Artikel ist online dauerhaft nicht mehr bestellbarOnline-Status der ProduktseiteMittel: kann auch Saison oder Lieferproblem sein
Nachfolger oder Eigenmarke erscheint in derselben KategorieNeue Artikel in der Kategorie, Preis und Verfügbarkeit danebenHinweis, kein Beweis
Dauerhafte Preissenkung kurz vor dem VerschwindenPreisverlaufHinweis: Abverkauf von Restbeständen
Produktseite nicht mehr erreichbarOnlineshop des HändlersEindeutig, aber spät

1. Filialen laufen leer und bleiben leer

Das stärkste frühe Signal ist ein Muster, nicht ein einzelner Wert: Der Bestand eines Artikels fällt in einer wachsenden Zahl von Märkten auf null, und anders als bei einem normalen Out-of-Stock kommt danach keine Ware mehr nach. Die Distribution, also der Anteil der Filialen, in denen der Artikel vorrätig ist, sinkt dabei Woche für Woche. Wie man Distribution misst, steht im Ratgeber Distribution im Baumarkt messen.

Alle vier großen Händler zeigen die Verfügbarkeit pro Markt öffentlich auf der Produktseite, wenn man einen Markt auswählt. Bei toom heißt es etwa: „Die angegebenen Verfügbarkeiten beziehen sich auf den unter ‚Mein Markt‘ ausgewählten toom Baumarkt“. Für einen einzelnen Artikel in einigen Märkten reicht ein Blick. Bei Hornbach mit 100 Standorten, OBI mit mehr als 350 Märkten, Bauhaus mit mehr als 160 Fachcentren und toom mit 267 Märkten (inklusive B1 Discount Baumarkt) reicht er nicht mehr.

2. Online nicht mehr bestellbar

Viele Artikel bleiben im Onlineshop sichtbar, sind aber nicht mehr bestellbar, während sie in einzelnen Märkten noch stehen. Ein wochenlang anhaltendes „nicht online verfügbar“ bei einem Artikel, der vorher lieferbar war, ist ein Hinweis. Allein entschieden ist damit nichts: Saisonartikel und Lieferprobleme sehen genauso aus.

3. Ein Nachfolger taucht auf

Wenn in derselben Kategorie ein neuer Artikel erscheint, oft eine Eigenmarke oder ein Wettbewerbsartikel zu ähnlichem Preis, und dessen Verfügbarkeit in genau den Märkten steigt, in denen der eigene Artikel ausläuft, ist das ein deutliches Zeichen für einen Tausch im Regal. Wie man die Artikel anderer Marken im Blick behält, beschreibt der Ratgeber Wettbewerber im Baumarkt beobachten.

4. Der Preis fällt und bleibt unten

Eine dauerhafte Preissenkung kurz bevor ein Artikel verschwindet, kann der Abverkauf von Restbeständen sein. Von einer befristeten Aktion unterscheidet sie sich im Verlauf: Der Preis kehrt nicht zurück. Siehe Aktionspreise erkennen.

5. Die Produktseite verschwindet

Ist die Produktseite nicht mehr erreichbar, führt der Händler den Artikel nicht mehr. Das ist das klarste, aber auch das späteste Signal. Wer erst hier reagiert, verhandelt über die Rückkehr ins Regal, nicht über den Verbleib.

Was keine Auslistung ist

  • Ein Lieferengpass: Der Bestand fällt in vielen Märkten zugleich, kommt aber nach einer Lieferung wieder. Der Verlauf über einige Wochen zeigt den Unterschied.
  • Eine geschlossene Filiale: Wenn ein Markt schließt, verschwindet der Artikel dort, ohne dass er ausgelistet wurde. Laut BHB wurden 2025 bundesweit 26 Baumärkte geschlossen. Distribution sollte sich deshalb immer auf die aktuell geöffneten Märkte beziehen.
  • Eine regionale Sortimentsentscheidung: Ein Artikel kann in einer Region nie gelistet gewesen sein. Das ist eine Listungslücke, keine Auslistung, und gehört in ein anderes Gespräch.
  • Saisonware: Gartenmöbel im Winter verschwinden aus vielen Märkten und kommen im Frühjahr zurück.
  • Eine geänderte Artikelnummer: Manchmal legt der Händler denselben Artikel neu an. Über die EAN lässt sich prüfen, ob unter neuer Nummer derselbe Artikel weiterläuft.

So richten Sie eine Frühwarnung ein

  • Die Artikel festlegen, bei denen eine Auslistung am meisten kostet: meist die umsatzstärksten und die mit einem naheliegenden Eigenmarken-Ersatz.
  • Pro Händler die Distribution über die geöffneten Filialen verfolgen, nicht nur die Online-Verfügbarkeit.
  • Eine Schwelle definieren, etwa: Distribution fällt binnen vier Wochen um mehr als ein Drittel, ohne dass Ware nachkommt.
  • Bei jedem Treffer prüfen, ob in denselben Märkten ein anderer Artikel dazugekommen ist.
  • Mit dem Ergebnis früh ins Gespräch gehen, mit der Filialliste als Beleg.

Wie watch.diy Auslistungen sichtbar macht

watch.diy beobachtet Listung, Online-Status und Filialbestand Ihrer Artikel täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom. Fällt ein Artikel aus dem Sortiment eines Händlers, wird er als ausgelistet markiert. Läuft er in den Filialen aus, sehen Sie die sinkende Distribution pro Händler und Region und die Märkte, in denen keine Ware mehr nachkommt, neben den Wettbewerbsartikeln derselben Kategorie. Mehr auf der Produktseite und zu den einzelnen Händlern unter Händler. Den umgekehrten Fall, den Rollout eines neuen Artikels in die Filialen, beschreibt der Ratgeber Neulistung im Baumarkt verfolgen.

Diese Daten für Ihre Marke sehen

watch.diy beobachtet Listung, Preis und Filialbestand bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom für Ihre Artikel und die Ihrer Wettbewerber. In einer 30-minütigen Demo sehen Sie Ihre eigenen Daten.

Quellen

  1. OBI, Pressemitteilung vom 08.10.2025 („Alles Machbar“ Supplier Day): Sortimente ab 2026 stärker aus einem globalen Category Management, Eigenmarken wie LUX-TOOLS, Jamestown und baliv „über alle Länder hinweg stärker aufstellen“
  2. BHB Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten, Pressemitteilung Nr. 02/2026 vom 03.03.2026: Markt Deutschland 2025 -1,6 % (20,58 Mrd. Euro), Sortimentsentwicklung, 2.004 Baumärkte
  3. toom Produktseite (Beispiel, Stand 16.10.2026): „Die angegebenen Verfügbarkeiten beziehen sich auf den unter ‚Mein Markt‘ ausgewählten toom Baumarkt“
  4. OBI Marktseite (Beispiel Waldshut-Tiengen), FAQ und Fußnote zu Verfügbarkeit und Marktpreis
  5. HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26 (Stand 28.02.2026): 173 Bau- und Gartenmärkte und drei BODENHAUS-Fachmärkte, davon 100 Standorte in Deutschland
  6. OBI Corporate, Unternehmensseite: „Alleine in Deutschland mehr als 350 Märkte“
  7. BAUHAUS AG, Pressemitteilung vom 08.10.2025: „in Deutschland mehr als 160 Fachcentren“
  8. REWE-ZENTRALFINANZ eG, Finanzbericht 2025 (Konzern-Lagebericht, S. 7): toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte, zusätzlich werden 34 Kaufleute und Franchisenehmer beliefert

Filialzahlen nach Angaben der Händler zum jeweils genannten Stand; sie ändern sich durch Eröffnungen, Schließungen und Übernahmen.

Weitere Ratgeber

Begriffe wie Distributionsgrad, OOS-Quote oder Abverkauf erklärt das Glossar DIY-Handel.