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Preisposition im Baumarkt messen: Wo liegt mein Artikel gegenüber dem Wettbewerb?

Von Redaktion watch.diy (Watch AI GmbH) · Veröffentlicht am

Kurzantwort

Die Preisposition eines Artikels im Baumarkt misst man an zwei Vergleichen. Erstens im selben Regal: Wie teuer ist der Artikel gegenüber vergleichbaren Artikeln anderer Marken beim selben Händler? Das drückt man als Preisabstand in Prozent oder als Preisindex aus (Wettbewerb = 100; ein Index von 112 heißt 12 % teurer). Zweitens über Händler hinweg: Was kostet derselbe Artikel, erkennbar an der EAN, bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom? Beide Vergleiche brauchen einen Preisverlauf, denn ein einzelner Stichtag mit einer laufenden Aktion verzerrt das Bild. Gemessen wird der Online-Preis; der Preis im Markt kann abweichen. Die Preise setzt der Händler: Unverbindliche Preisempfehlungen des Herstellers sind erlaubt, aber nicht bindend. watch.diy beobachtet die Online-Preise Ihrer Artikel und der Wettbewerbsartikel derselben Kategorie bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom täglich und zeigt Preisabstand und Preisverlauf.

Was Preisposition heißt

Die Preisposition beschreibt, wo der Preis eines Artikels im Verhältnis zu den Preisen vergleichbarer Artikel liegt: darunter, gleichauf oder darüber. Für einen Hersteller im Baumarkt ist sie die Antwort auf zwei Fragen, die im Jahresgespräch und in der Preisplanung immer wieder kommen: Ist mein Artikel im Regal teurer als der Wettbewerb, und kostet er bei einem Händler mehr als beim anderen?

Beide Fragen lassen sich von außen beantworten, denn Hornbach, OBI, Bauhaus und toom zeigen ihre Preise öffentlich im Onlineshop. Was es dafür braucht, ist eine saubere Vergleichsgruppe, eine feste Rechenregel und Preise über einen Zeitraum statt an einem einzelnen Tag.

Preisabstand und Preisindex

Zwei Kennzahlen reichen für die meisten Auswertungen:

  • Preisabstand: der Unterschied zwischen dem eigenen Preis und dem Vergleichspreis in Prozent. Kostet der eigene Artikel 44,99 € und der Wettbewerbsartikel 39,99 €, liegt der Abstand bei +12,5 %.
  • Preisindex: derselbe Vergleich mit dem Wettbewerb als Basis 100. Ein Index von 112 heißt 12 % teurer, 95 heißt 5 % günstiger. Über mehrere Artikel oder Wettbewerber wird der Index als Durchschnitt gebildet; der Gabler beschreibt Preisindizes als gewogene Durchschnitte von Preismesszahlen. Ob jeder Artikel gleich zählt oder nach Umsatz gewichtet wird, sollte man festlegen und dann beibehalten.

Sinnvoll ist ein Vergleich nur bei vergleichbaren Mengen. Bei Farben, Klebern, Erden oder Schrauben gehört der Grundpreis (pro Liter, Kilogramm oder Stück) in die Rechnung, sonst vergleicht man einen 2,5-Liter-Eimer mit einem 5-Liter-Eimer.

Vergleich 1: im selben Regal

Der erste Vergleich bleibt bei einem Händler: der eigene Artikel gegen die Artikel anderer Marken in derselben Kategorie. Zwei Regeln halten die Vergleichsgruppe sauber:

  • Gleiche Kategorie beim selben Händler: Jeder Händler hat seine eigene Sortimentsstruktur. Was bei OBI im selben Regal steht, steht bei Hornbach vielleicht in zwei Kategorien.
  • Ein Preisband: Ein Akku-Bohrschrauber für 49 € und einer für 349 € konkurrieren nicht um denselben Kunden. Eine Grenze von zum Beispiel ±30 % um den eigenen Preis hält Einstiegs- und Profigeräte auseinander.
  • Eigenmarken des Händlers gehören in den Vergleich. Sie stehen im selben Regal und setzen oft den Einstiegspreis.

Das Ergebnis ist eine Aussage wie: „Unser Artikel liegt bei Bauhaus 8 % über dem Durchschnitt der vergleichbaren Artikel anderer Marken, bei OBI gleichauf.“ Mehr dazu, welche Wettbewerbsdaten öffentlich sichtbar sind, im Ratgeber Wettbewerber im Baumarkt beobachten.

Vergleich 2: derselbe Artikel bei mehreren Händlern

Der zweite Vergleich hält den Artikel fest und wechselt den Händler. Derselbe Artikel ist am sichersten an der EAN zu erkennen, nicht am Namen, denn jeder Händler benennt ihn anders. Typische Befunde:

Was ein Preisunterschied zwischen Händlern bedeuten kann
BefundMögliche UrsachePrüfen
Ein Händler ist dauerhaft günstigerEigene Preisstrategie des Händlers, zum Beispiel DauertiefpreiseVerlauf über Wochen, nicht ein Tag
Ein Händler ist für einige Tage günstigerAktion oder ProspektpreisKehrt der Preis danach zurück?
Online- und Marktpreis weichen abDer Preis im Markt kann vom Online-Preis abweichenHinweise auf der Produkt- oder Marktseite

Hornbach etwa schreibt im Geschäftsbericht 2025/26, auf Dauertiefpreise zu setzen statt auf kurzfristige Rabattaktionen. Ein konstanter Preisabstand zu Hornbach ist deshalb etwas anderes als eine Aktion bei OBI oder toom, die nach zwei Wochen endet.

Wie das bei identischen Markenartikeln aussieht, zeigt die Auswertung Welcher Baumarkt ist günstiger? mit eigenen Zahlen für Hornbach, OBI und Bauhaus.

Aktionsphasen sauber behandeln

Eine laufende Aktion verschiebt die Preisposition für ein paar Tage stark. Wer an einem Stichtag misst, an dem der Wettbewerber im Prospekt ist, sieht sich selbst 20 % zu teuer, obwohl der reguläre Abstand bei 3 % liegt. Drei Wege, damit umzugehen:

  • Über einen Zeitraum messen: der Durchschnitt oder Median der täglichen Preise über vier Wochen statt eines einzelnen Tages.
  • Regulär und Aktion getrennt ausweisen: die Preisposition außerhalb von Aktionen und daneben, wie oft und wie tief der Wettbewerb in Aktion war.
  • Den Streichpreis einordnen: Ein durchgestrichener Preis kann der eigene frühere Preis des Händlers sein (für den § 11 PAngV den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vorschreibt) oder eine UVP.

Wie man Aktionen im Preisverlauf erkennt, beschreibt der Ratgeber Aktionspreise bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom erkennen.

Wer den Preis setzt

Den Verkaufspreis im Baumarkt legt der Händler fest. Hersteller dürfen unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) aussprechen; nach den Hinweisen des Bundeskartellamts ist das erlaubt, solange die Empfehlung unverbindlich bleibt. Preisbindungen zwischen Hersteller und Händler fallen dagegen unter das Kartellverbot (§ 1 GWB, Art. 101 AEUV). Die Preisposition ist deshalb eine Kennzahl für die eigene Planung: Sortiment, Packungsgrößen und die eigene UVP. Bei Fragen zur Grenze im Einzelfall ist die Rechtsabteilung der richtige Ansprechpartner.

Wie watch.diy die Preisposition zeigt

Im Regal

watch.diy beobachtet die Online-Preise Ihrer Artikel bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom täglich. Zu jedem Artikel zeigt watch.diy die Artikel anderer Marken in derselben Kategorie des Händlers im Preisband von ±30 % um Ihren Preis, sortiert nach Preisnähe, jeweils mit dem Preisabstand in Prozent.

Über Händler hinweg

Artikel mit derselben EAN führt watch.diy als ein Produkt über die Händler zusammen, mit dem aktuellen Preis bei jedem Händler. Dazu kommt der Preisverlauf, damit Aktionen von dauerhaften Änderungen zu unterscheiden sind. Gezeigt wird der Online-Preis; Marktpreise pro Filiale weist watch.diy für diese vier Händler nicht aus. Mehr auf der Produktseite.

Verwandte Ratgeber: Preisänderungen im Baumarkt überwachen und Jahresgespräch mit dem Baumarkt vorbereiten.

Diese Daten für Ihre Marke sehen

watch.diy beobachtet Listung, Preis und Filialbestand bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom für Ihre Artikel und die Ihrer Wettbewerber. In einer 30-minütigen Demo sehen Sie Ihre eigenen Daten.

Quellen

  1. Bundeskartellamt, Hinweise zum Preisbindungsverbot im Bereich des stationären Lebensmitteleinzelhandels, Juli 2017, Rn. 52: „Das Aussprechen von unverbindlichen Preisempfehlungen durch den Hersteller ist erlaubt.“
  2. § 1 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB): Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen
  3. Gabler Wirtschaftslexikon: Preisindex (gewogene Durchschnitte von Messzahlen, Basis = 100)
  4. HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26, Brief an die Aktionäre (S. 6): „auf Dauertiefpreise zu setzen, statt kurzfristige Rabattaktionen auszuloben“
  5. § 11 Preisangabenverordnung (PAngV): Angabe des niedrigsten Gesamtpreises der letzten 30 Tage bei Preisermäßigungen
  6. OBI Marktseite (Beispiel Waldshut-Tiengen), FAQ und Fußnote zu Verfügbarkeit und Marktpreis
  7. HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26 (Stand 28.02.2026): 173 Bau- und Gartenmärkte und drei BODENHAUS-Fachmärkte, davon 100 Standorte in Deutschland
  8. OBI Corporate, Unternehmensseite: „Alleine in Deutschland mehr als 350 Märkte“
  9. BAUHAUS AG, Pressemitteilung vom 08.10.2025: „in Deutschland mehr als 160 Fachcentren“
  10. REWE-ZENTRALFINANZ eG, Finanzbericht 2025 (Konzern-Lagebericht, S. 7): toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte, zusätzlich werden 34 Kaufleute und Franchisenehmer beliefert

Filialzahlen nach Angaben der Händler zum jeweils genannten Stand; sie ändern sich durch Eröffnungen, Schließungen und Übernahmen.

Weitere Ratgeber

Begriffe wie Distributionsgrad, OOS-Quote oder Abverkauf erklärt das Glossar DIY-Handel.