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Neulistung im Baumarkt verfolgen: Wann ist der Artikel wirklich in den Filialen?

Von Redaktion watch.diy (Watch AI GmbH) · Veröffentlicht am

Kurzantwort

Nach einer Listungszusage ist ein neuer Artikel beim Händler angelegt, aber noch lange nicht in allen Märkten. Ob und wie schnell er in den Filialen ankommt, zeigt die Rollout-Kurve: der Anteil der geöffneten Märkte, in denen der Artikel in einer Woche vorrätig war, ab dem ersten Tag und pro Händler und Region. Hornbach, OBI, Bauhaus und toom zeigen die Verfügbarkeit pro Markt öffentlich auf ihren Produktseiten, deshalb lässt sich eine Neulistung bei allen vier von außen verfolgen. Ein Rollout stockt, wenn die Kurve bei einem Teil der Märkte stehen bleibt, nach der Erstbestückung wieder fällt oder eine ganze Region leer bleibt. Märkte, die den Artikel nach Wochen noch nie vorrätig hatten, führen ihn wahrscheinlich nicht. watch.diy beobachtet Listung und Filialbestand täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom und zeigt den Rollout eines neuen Artikels Markt für Markt.

Warum die Listungszusage noch nichts über die Filialen sagt

Mit der Listungszusage ist ein Artikel beim Händler angelegt. Wann und in wie vielen Märkten er tatsächlich im Regal steht, entscheidet sich danach: mit der Erstbestückung, dem Regalumbau und der Disposition jedes einzelnen Marktes. Zwischen „gelistet“ und „in allen Märkten vorrätig“ können Wochen liegen, und manche Märkte kommen nie an.

Dazu kommt, dass die Märkte eines Händlers nicht alle gleich geführt werden. OBI betreibt laut Nachhaltigkeitserklärung 2025 in Europa 647 Märkte, davon 132 durch Franchisepartner, und will Sortimente ab 2026 stärker aus einem globalen Category Management steuern. toom und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte und beliefern zusätzlich 34 Kaufleute und Franchisenehmer. Vom Durchschnitt auf jeden einzelnen Markt zu schließen, ist deshalb riskant: Ein Rollout muss Filiale für Filiale angeschaut werden.

Die vier Phasen einer Neulistung

Woran man von außen sieht, wie weit eine Neulistung ist
PhaseWoran man sie siehtDie Frage dahinter
AngelegtDie Produktseite ist im Onlineshop des Händlers erreichbarIst der Artikel beim Händler überhaupt live?
ErstbestückungDie ersten Märkte zeigen den Artikel als vorrätigWo ist die Ware angekommen?
RolloutDer Anteil der Märkte mit Bestand steigt Woche für WocheWie schnell geht es, und wo stockt es?
StabilDer Anteil bleibt, leere Märkte werden wieder befülltKommt Nachschub?

Die Rollout-Kurve: Distribution Woche für Woche

Die wichtigste Kennzahl ist die Distribution: der Anteil der geöffneten Filialen eines Händlers, in denen der neue Artikel in einer Woche vorrätig war. Wie man sie sauber berechnet, steht im Ratgeber Distribution im Baumarkt messen. Für eine Neulistung zählt der Verlauf ab dem ersten Tag, und zwar gegen das, was vereinbart war: Ein Artikel, der nur für eine Region gelistet ist, soll nicht in allen Märkten auftauchen.

Typische Muster, an denen man einen stockenden Rollout erkennt:

  • Die Kurve bleibt bei einem Teil der Märkte stehen: Einige Märkte haben den Artikel nie vorrätig. Das kann eine regionale Sortimentsentscheidung sein oder Märkte, die schlicht nicht bestellt haben.
  • Die Kurve steigt und fällt wieder: Die Erstbestückung ist abverkauft, aber es kommt nichts nach. Das ist ein Thema für die Disposition, nicht für den Einkauf.
  • Eine ganze Region fehlt: Alle Märkte eines Gebiets bleiben leer, während der Rest bestückt ist, etwa durch eine regionale Listung oder ein Belieferungsproblem.
  • Der Artikel ist online, aber in keinem Markt vorrätig: Dann ist er möglicherweise nur für den Onlineshop gelistet.

Was von außen nicht zu unterscheiden ist

Die Produktseite zeigt für einen Markt, ob der Artikel vorrätig ist. Ob ein Markt ihn nicht vorrätig hat oder gar nicht führt, sieht man an einem einzelnen Tag oft nicht. Erst der Verlauf hilft: Ein Markt, der den Artikel nach Wochen noch nie vorrätig hatte, führt ihn wahrscheinlich nicht. Auch den genauen Liefertag zeigt kein Händler an, nur den ersten Tag, an dem der Artikel im Markt als vorrätig erscheint.

Was die vier Händler zeigen

Alle vier großen Händler zeigen die Verfügbarkeit pro Markt öffentlich auf ihren Produktseiten, wenn man einen Markt auswählt, Hornbach auch mit Stückzahl. Damit lässt sich eine Neulistung bei allen vier verfolgen. Bei toom heißt es auf der Produktseite: „Die angegebenen Verfügbarkeiten beziehen sich auf den unter ‚Mein Markt‘ ausgewählten toom Baumarkt“. Die Größenordnung macht das Problem deutlich: Hornbach hat 100 Standorte in Deutschland, OBI mehr als 350 Märkte, Bauhaus mehr als 160 Fachcentren und toom mit B1 Discount 267 Märkte. Wer einen neuen Artikel in jedem Markt jede Woche prüfen will, kommt von Hand nicht hinterher. Grenzen gibt es bei Artikeln, die nur online verkauft werden: Sie tauchen in keinem Markt auf.

So verfolgen Sie eine Neulistung

  • Vor dem Start das Ziel festhalten: Welche Märkte oder Regionen sollen den Artikel laut Vereinbarung führen, und bis wann?
  • Ab dem ersten Tag die Verfügbarkeit in jedem geöffneten Markt beobachten, nicht nur die Produktseite im Onlineshop.
  • Jede Woche die Distribution pro Händler und Region mit dem Ziel vergleichen.
  • Nach einigen Wochen die Märkte auflisten, in denen der Artikel noch nie vorrätig war, und die Liste mit dem Einkauf oder dem Außendienst klären.
  • Märkte, die nach der Erstbestückung leer bleiben, getrennt behandeln: Hier fehlt Nachschub, nicht die Listung.
  • Die Wettbewerbsartikel derselben Kategorie daneben legen: Startet gleichzeitig eine Neulistung eines Wettbewerbers oder einer Eigenmarke?

Wie man die Artikel anderer Marken im Blick behält, beschreibt der Ratgeber Wettbewerber im Baumarkt beobachten. Das Gegenstück zur Neulistung ist die Auslistung: Ein Artikel, der nach der Erstbestückung Markt für Markt leerläuft und nicht nachgefüllt wird, zeigt denselben Verlauf wie eine beginnende Auslistung (siehe Auslistungen im Baumarkt früh erkennen).

Wie watch.diy eine Neulistung sichtbar macht

watch.diy beobachtet Listung und Filialbestand Ihrer Artikel täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom. Für einen neuen Artikel sehen Sie ab dem ersten beobachteten Tag, in wie vielen Märkten er vorrätig ist, pro Händler und Region und Woche für Woche, und in welchen Märkten er bisher nicht vorrätig war. So wird aus „ist gelistet“ eine Rollout-Kurve, die Sie im Gespräch mit dem Einkauf als Beleg nutzen können. Mehr auf der Produktseite, zu den einzelnen Händlern unter Händler und zur Abgrenzung der Listungsebenen im Ratgeber Listungen prüfen.

Diese Daten für Ihre Marke sehen

watch.diy beobachtet Listung, Preis und Filialbestand bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom für Ihre Artikel und die Ihrer Wettbewerber. In einer 30-minütigen Demo sehen Sie Ihre eigenen Daten.

Quellen

  1. OBI, Pressemitteilung vom 08.10.2025 („Alles Machbar“ Supplier Day): Sortimente ab 2026 stärker aus einem globalen Category Management
  2. OBI Nachhaltigkeitserklärung 2025 (Stichtag 31.12.2025): 647 Märkte in Europa, davon 132 von Franchisepartnern betrieben
  3. REWE-ZENTRALFINANZ eG, Finanzbericht 2025 (Konzern-Lagebericht, S. 7): toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte, zusätzlich werden 34 Kaufleute und Franchisenehmer beliefert
  4. toom Produktseite (Beispiel, Stand 16.10.2026): „Die angegebenen Verfügbarkeiten beziehen sich auf den unter ‚Mein Markt‘ ausgewählten toom Baumarkt“
  5. OBI Marktseite (Beispiel Waldshut-Tiengen), FAQ und Fußnote zu Verfügbarkeit und Marktpreis
  6. HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26 (Stand 28.02.2026): 173 Bau- und Gartenmärkte und drei BODENHAUS-Fachmärkte, davon 100 Standorte in Deutschland
  7. OBI Corporate, Unternehmensseite: „Alleine in Deutschland mehr als 350 Märkte“
  8. BAUHAUS AG, Pressemitteilung vom 08.10.2025: „in Deutschland mehr als 160 Fachcentren“

Filialzahlen nach Angaben der Händler zum jeweils genannten Stand; sie ändern sich durch Eröffnungen, Schließungen und Übernahmen.

Weitere Ratgeber

Begriffe wie Distributionsgrad, OOS-Quote oder Abverkauf erklärt das Glossar DIY-Handel.