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Distributionsgrad im Baumarkt: Benchmark pro Warengruppe bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom

Von Redaktion watch.diy (Watch AI GmbH) · Veröffentlicht am

Kurzantwort

Das hängt vor allem von der Warengruppe ab. Von 1.852 beobachteten Markenartikeln bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom (17.09.–16.10.2026) stand die Hälfte in weniger als 10 % der Filialen ihres Händlers und knapp ein Viertel in mindestens 90 %; nur gut ein Viertel lag dazwischen. In mindestens der Hälfte der Filialen standen 88 % der Klebebänder, 68 % der Artikel aus Werkzeug und Maschinen, 67 % aus Bauen und Trockenbau und 53 % aus Farben und Malerbedarf, aber nur 24 % aus Sanitär und Warmwasser und 22 % der Gartenartikel. Innerhalb eines Monats änderte sich der Distributionsgrad bei 98 % der Artikel um höchstens 5 Prozentpunkte. Die Werte halten in zufälligen Hälften der Artikel, der Marken und des Zeitraums (Quelle: watch.diy, Oktober 2026).

Was ist ein guter Distributionsgrad im Baumarkt?

Das hängt stark von der Warengruppe ab. Bei 1.852 beobachteten Markenartikeln von 167 Marken bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom (17.09.–16.10.2026) stand die Hälfte der Artikel in weniger als 10 % der Filialen ihres Händlers, knapp ein Viertel in mindestens 90 %. Dazwischen lag nur gut ein Viertel. Ein „durchschnittlicher“ Distributionsgrad beschreibt deshalb kaum einen Artikel: Die meisten Artikel sind entweder fast überall oder fast nirgends vorrätig.

Beobachtete Markenartikel nach Warengruppe: Anteil der Artikel, die in mindestens der Hälfte bzw. in weniger als 10 % der Filialen ihres Händlers vorrätig waren, 17.09.–16.10.2026 (Quelle: watch.diy)
WarengruppeArtikelin ≥ 50 % der FilialenSpanne in Teilauswertungenin < 10 % der Filialen
Klebebänder9788 %82–100 %4 %
Werkzeug & Maschinen7468 %55–77 %26 %
Bauen & Trockenbau5867 %43–75 %24 %
Farben & Malerbedarf8353 %47–64 %28 %
Elektroinstallation31551 %38–54 %23 %
Sanitär & Warmwasser36624 %17–34 %68 %
Garten48522 %19–27 %59 %
alle Artikel1.85235 %31–39 %50 %

Distributionsgrad heißt hier: der Anteil der Filialen eines Händlers, in denen der Artikel im Zeitraum mindestens einmal vorrätig war (numerische Distribution, jede Filiale zählt gleich). Die Spanne zeigt den kleinsten und größten Wert, wenn man die Artikel, die Marken oder den Zeitraum in Hälften teilt.

Welche Warengruppen stehen in den meisten Filialen?

Klebebänder, Werkzeug und Maschinen, Bauen und Trockenbau sowie Farben und Malerbedarf. Zusammen standen 70 % dieser 312 Artikel in mindestens der Hälfte der Filialen (64–73 % in allen Teilauswertungen), nur 19 % in weniger als 10 %. Das sind Artikel, die fast jeder Markt im Grundsortiment führt: Wer hier einen Artikel nur in einem Drittel der Märkte hat, liegt klar unter dem, was in der Warengruppe üblich ist.

Bei der Elektroinstallation liegt rund die Hälfte der Artikel in mindestens der Hälfte der Filialen (38–54 % je nach Teilung). Die Gruppe wird von wenigen Schalterprogrammen geprägt; wie viele Artikel dort in keiner einzigen Filiale vorrätig waren, schwankt je nach Marke zwischen 4 % und 38 %. Für Elektroinstallation lohnt der Vergleich deshalb eher mit Artikeln derselben Serie als mit der ganzen Warengruppe.

Wie unterscheidet sich Garten von Werkzeug?

Deutlich. Von 485 Gartenartikeln (Gartenmaschinen und Mähroboter, Dünger und Pflanzenpflege, Bewässerung, Grill) standen im Herbst 2026 nur 22 % in mindestens der Hälfte der Filialen, 59 % in weniger als 10 %. Bei allen übrigen Warengruppen zusammen waren es 40 % und 47 %. Der Abstand zeigt sich in jeder Teilauswertung. Der Baumarkt-Monitor kommt für einen etwas früheren Zeitraum auf dasselbe Bild: Gartenartikel lagen dort im Schnitt in 26 % der Märkte vor, hier sind es 24 %.

Ein Vergleich mit dem Frühjahr steht hier nicht: Der Zeitraum ist der Herbst, wenn Gartenware aus vielen Märkten verschwindet. Wie sich Saisonware über das Jahr verhält, beschreibt der Ratgeber Saisonartikel im Baumarkt.

Warum stehen Sanitär-Artikel in so wenigen Filialen?

68 % der 366 beobachteten Artikel aus Sanitär und Warmwasser (Durchlauferhitzer, Duschrinnen, Waschbecken, Armaturen) standen in weniger als 10 % der Filialen, nur 24 % in mindestens der Hälfte. Viele dieser Artikel führt ein Händler im Onlinesortiment, aber nur wenige Märkte haben sie vorrätig. Für einen Hersteller in dieser Warengruppe ist ein Distributionsgrad von 20 % deshalb kein schlechter Wert, für ein Klebeband wäre er es.

Wie schnell ändert sich der Distributionsgrad?

Kaum innerhalb eines Monats. Bei 98 % der Artikel lag der Distributionsgrad in der ersten Oktoberhälfte höchstens 5 Prozentpunkte neben dem der zweiten Septemberhälfte, bei keinem Artikel mehr als 10 Punkte. Das gilt in jeder Hälfte der Artikel und der Marken. Ein Sprung um mehr als 10 Punkte innerhalb weniger Wochen ist deshalb selten und lohnt einen genaueren Blick, etwa auf eine Neulistung oder eine Auslistung. Wie man diese Fälle erkennt, steht in den Ratgebern Neulistung verfolgen und Auslistungen erkennen.

Wie belastbar sind diese Zahlen?

Wir haben jedes Ergebnis geteilt und nur veröffentlicht, was in allen Teilen hält:

  • Zwei zufällige Hälften der Artikel, auf zwei Arten gezogen: Anteil in weniger als 10 % der Filialen 48 % bis 52 %, in mindestens 90 % 23 % bis 24 %.
  • Zwei zufällige Hälften der Marken, auf drei Arten gezogen: in weniger als 10 % der Filialen 45 % bis 55 %; Garten liegt in jeder Hälfte unter den übrigen Warengruppen, die vier breit geführten Warengruppen in jeder Hälfte bei 64 % bis 73 % in mindestens der Hälfte der Filialen.
  • Zwei Zeithälften (17.09.–01.10. und 02.10.–16.10.2026) mit denselben 1.646 Artikeln: die Anteile je Warengruppe weichen um höchstens 3 Prozentpunkte ab.

Was nicht hielt, steht hier nicht: der Median des Distributionsgrads (er sprang je nach Teilung zwischen 5 % und 20 %), eine Rangfolge der vier Händler und Werte für einzelne Händler je Warengruppe. Bei gleichen Artikeln (gleiche EAN) wechselte die Reihenfolge der Händler zwischen den Hälften der Marken; der Unterschied hängt vor allem daran, welche Artikel bei welchem Händler beobachtet werden.

Was heißt das für Hersteller und Key Account?

  • Den eigenen Distributionsgrad mit der Warengruppe vergleichen, nicht mit dem Durchschnitt aller Artikel: 30 % ist für ein Klebeband ein schwacher Wert, für einen Durchlauferhitzer ein guter.
  • Auf die Ränder schauen: Weil die meisten Artikel fast überall oder fast nirgends stehen, sind Artikel im Mittelfeld (zwischen 10 % und 90 % der Filialen) die, bei denen sich die Frage nach mehr Märkten am ehesten stellt.
  • Änderungen über 10 Punkte im Monat ernst nehmen: Bei den beobachteten Artikeln kamen sie im Herbst 2026 praktisch nicht vor.
  • Garten im Herbst nicht mit Werkzeug vergleichen: Der Abstand ist saisonal und im Herbst normal.

Wie man den Distributionsgrad für die eigenen Artikel berechnet, steht im Ratgeber Distribution im Baumarkt messen; wie viele Filialen jeder Händler hat, zeigt Baumarkt-Filialen in Deutschland.

Was diese Zahlen nicht zeigen

  • Die Zahlen beruhen auf beobachteten Markenartikeln, denen Kunden von watch.diy folgen, nicht auf dem ganzen Sortiment und nicht auf einer Zufallsstichprobe.
  • Die Warengruppen sind aus den Kategorien der Händler zusammengefasst. Einige Marken prägen einzelne Gruppen stark, etwa Schalterprogramme die Elektroinstallation.
  • Vorrätig heißt: mindestens einmal im Zeitraum im Bestand der Filiale. Ob der Artikel im Regal stand oder wie viele Facings er hatte, zeigen die Zahlen nicht.
  • Es ist eine numerische Distribution. Eine gewichtete Distribution nach Filialumsatz lässt sich ohne Umsatzzahlen der Händler nicht berechnen.
  • Der Zeitraum ist Herbst 2026. Für Garten- und Saisonware gelten im Frühjahr andere Werte.

Wie watch.diy die Distribution pro Artikel zeigt

watch.diy beobachtet Ihre Artikel und die Ihrer Wettbewerber bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom täglich: in wie vielen Filialen ein Artikel vorrätig ist, wie sich das verändert und wie er im Vergleich zu Artikeln derselben Warengruppe dasteht, mit Export als Excel oder CSV. Mehr auf der Produktseite.

Den Begriff Distributionsgrad und die Abgrenzung zur gewichteten Distribution erklärt das Glossar. Zitieren mit Quelle „watch.diy, Oktober 2026“ und Link auf diese Seite.

Diese Daten für Ihre Marke sehen

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Quellen

  1. Gabler Wirtschaftslexikon (Prof. Dr. Peter Kenning): Distributionsgrad
  2. HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26 (Stand 28.02.2026): 173 Bau- und Gartenmärkte und drei BODENHAUS-Fachmärkte, davon 100 Standorte in Deutschland
  3. OBI Corporate, Unternehmensseite: „Alleine in Deutschland mehr als 350 Märkte“
  4. BAUHAUS AG, Pressemitteilung vom 08.10.2025: „in Deutschland mehr als 160 Fachcentren“
  5. REWE-ZENTRALFINANZ eG, Finanzbericht 2025 (Konzern-Lagebericht, S. 7): toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte, zusätzlich werden 34 Kaufleute und Franchisenehmer beliefert

Filialzahlen nach Angaben der Händler zum jeweils genannten Stand; sie ändern sich durch Eröffnungen, Schließungen und Übernahmen.

Weitere Ratgeber

Begriffe wie Distributionsgrad, OOS-Quote oder Abverkauf erklärt das Glossar DIY-Handel.