Wettbewerber im Baumarkt beobachten: Listungen, Preise und Verfügbarkeit fremder Marken
Von Redaktion watch.diy (Watch AI GmbH) · Veröffentlicht am
Über Wettbewerber im Baumarkt lässt sich mehr herausfinden, als viele Key Account Manager annehmen, denn Hornbach, OBI, Bauhaus und toom zeigen ihr Sortiment öffentlich. Sichtbar sind vier Dinge: welche Artikel einer fremden Marke ein Händler führt und wann neue dazukommen oder wegfallen, der Online-Preis und seine Änderungen, die Verfügbarkeit pro Filiale und damit die Distribution des Wettbewerbers sowie die Eigenmarken des Händlers im selben Regal. Nicht sichtbar sind Konditionen, Einkaufspreise und echte Kassendaten; der Preis im Markt kann vom Online-Preis abweichen. Aussagekräftig wird das erst im Vergleich über die Zeit und neben den eigenen Artikeln. watch.diy beobachtet Listung, Preis und Filialbestand Ihrer Artikel und der Wettbewerbsartikel derselben Kategorie täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom.
Warum der Wettbewerb im Regal zählt
Ein Baumarkt-Einkäufer bewertet einen Artikel nie allein, sondern neben den anderen Artikeln im selben Regal. Wer im Gespräch nur über die eigene Marke spricht, argumentiert gegen eine Sicht, die der Händler längst hat. Wer dagegen weiß, wo die Wettbewerber gelistet sind, wie sie ihre Preise bewegen und wo sie leerlaufen, kann konkret über Fläche, Platzierung und Distribution verhandeln.
Dazu kommt ein Wettbewerber, der in keiner Herstellerliste steht: die Eigenmarke des Händlers. OBI kündigte im Oktober 2025 an, seine Eigenmarken wie LUX-TOOLS, Jamestown und baliv „über alle Länder hinweg stärker“ aufzustellen. Laut OBI-Nachhaltigkeitserklärung besteht das Sortiment heute noch überwiegend aus Produkten von Markenherstellern.
Was über Wettbewerbsmarken öffentlich sichtbar ist
Hornbach, OBI, Bauhaus und toom zeigen ihr Sortiment öffentlich im Onlineshop, für Endkunden gedacht, aber für jeden einsehbar. Daraus ergibt sich, was man über fremde Marken wissen kann und was nicht:
| Frage | Sichtbar? | Woher |
|---|---|---|
| Welche Artikel führt der Händler von Marke X? | Ja | Onlineshop, Marken- und Kategorieseiten |
| Seit wann ist ein Artikel neu im Sortiment, wann fiel einer weg? | Ja, im Verlauf | Wiederholtes Beobachten derselben Kategorie |
| Zu welchem Preis wird er online angeboten, und wie ändert sich der? | Ja | Produktseite, Preisverlauf |
| In wie vielen Filialen ist er vorrätig? | Ja, pro Markt | Verfügbarkeit auf der Produktseite bei gewähltem Markt |
| Wie viel verkauft der Wettbewerber? | Nur geschätzt | Aus Bestandsveränderungen pro Filiale |
| Konditionen, Einkaufspreise, Werbekostenzuschüsse | Nein | Nicht öffentlich |
| Preis an der Kasse im einzelnen Markt | Nicht verlässlich | Der Marktpreis kann vom Onlinepreis abweichen (OBI) |
Vier Blickwinkel auf den Wettbewerb
1. Sortiment: Wer ist gelistet, wer kommt dazu?
Die Grundfrage lautet: Welche Artikel der Wettbewerber führt der Händler in Ihrer Kategorie, und wie verändert sich das? Neue Artikel eines Wettbewerbers sind oft der Beginn einer Verschiebung im Regal, verschwundene Artikel eine Chance auf frei werdende Fläche. Weil Listungen von außen nur als Momentaufnahme sichtbar sind, zählt der Verlauf: dieselbe Kategorie regelmäßig ansehen und die Unterschiede festhalten. Mehr dazu in Listungen prüfen und Auslistungen früh erkennen.
2. Preis: Wo steht der Wettbewerb, und wer bewegt sich?
Der Online-Preis eines Wettbewerbsartikels ist öffentlich, ebenso seine Änderungen. Spannend ist der Abstand zum eigenen Artikel und ob er sich bewegt: Senkt ein Wettbewerber dauerhaft, oder läuft eine befristete Aktion? Bei Hornbach lohnt der Blick auf die Preisstrategie: Das Unternehmen setzt nach eigener Aussage auf Dauertiefpreise statt auf kurzfristige Rabattaktionen. Wie man Aktionen im Verlauf erkennt, beschreiben die Ratgeber Preisänderungen überwachen und Aktionspreise erkennen. Ein Vorbehalt gilt immer: Der Preis im Markt kann vom Online-Preis abweichen, worauf OBI selbst hinweist.
3. Verfügbarkeit: Wo steht der Wettbewerber wirklich im Regal?
Online gelistet heißt nicht im Markt vorrätig. Alle vier Händler zeigen die Verfügbarkeit pro Filiale, sobald man einen Markt auswählt, auch für fremde Marken. Daraus lässt sich die Distribution eines Wettbewerbers ableiten: in wie vielen der 100 Hornbach-Standorte, mehr als 350 OBI-Märkte, mehr als 160 Bauhaus-Fachcentren und 267 toom- und B1-Märkte er vorrätig ist. Zwei Fragen sind für das Gespräch besonders stark: Wo ist der Wettbewerber gelistet und Sie nicht? Und wo läuft er regelmäßig leer, während Ihr Artikel daneben steht? Siehe Distribution messen und Out-of-Stock messen.
4. Abverkauf: Wer gewinnt Anteile?
Kassendaten der Wettbewerber gibt es nicht. Aus der Veränderung des Filialbestands lässt sich der Abverkauf aber schätzen, für eigene und fremde Artikel nach derselben Methode. Daraus wird ein Umsatzanteil pro Marke und Händler, der zeigt, wer in einer Kategorie Boden gewinnt. Es bleibt eine Schätzung, mit den im Ratgeber Marktanteil ohne Kassendaten beschriebenen Grenzen.
Die Eigenmarke des Händlers als Wettbewerber
Eigenmarken stehen im selben Regal und konkurrieren um dieselbe Fläche, werden aber vom Händler selbst gesteuert. Bei OBI sind das etwa LUX-TOOLS, Jamestown und baliv; auch toom bietet eigene Marken an. Für Hersteller ist die Entwicklung der Eigenmarke in der eigenen Kategorie oft der wichtigste Frühindikator: neue Eigenmarkenartikel, deren Preisabstand zum Markenartikel und ihre Ausbreitung über die Filialen.
Wo die Grenzen liegen
- Konditionen, Rückvergütungen und Werbekostenzuschüsse der Wettbewerber sind nicht öffentlich und lassen sich nicht ableiten.
- Der Online-Preis ist nicht immer der Preis an der Kasse; Märkte können abweichen, Prospektangebote gelten oft nur in teilnehmenden Märkten.
- Abverkäufe sind Schätzungen aus dem Bestand, keine Kassendaten.
- Artikel lassen sich zwischen Händlern nur über die EAN sicher zuordnen. Ohne sie bleibt der Vergleich über Händler hinweg unsicher.
So bauen Sie eine Wettbewerbsbeobachtung auf
- Die Kategorien festlegen, in denen Sie verhandeln, und darin die drei bis fünf wichtigsten Wettbewerbsmarken plus die Eigenmarke des Händlers.
- Pro Händler getrennt beobachten: Jede Kette hat ihr eigenes Sortiment, ihre eigenen Artikelnummern und ihre eigene Preisstrategie.
- Wettbewerbsartikel den eigenen Artikeln zuordnen, sinnvollerweise nach Kategorie und Preisband, damit der Vergleich fair ist.
- Veränderungen festhalten, nicht nur Zustände: neue Artikel, Preisänderungen, Distribution über die Zeit.
- Vor jedem Termin die drei wichtigsten Veränderungen seit dem letzten Gespräch heraussuchen, mit Filialliste.
Wie watch.diy Wettbewerber sichtbar macht
watch.diy beobachtet Listung, Online-Preis und Filialbestand Ihrer Artikel und der Wettbewerbsartikel derselben Kategorie täglich in 914 Filialen von Hornbach, OBI, Bauhaus und toom. Zu jedem Ihrer Artikel stellt watch.diy die Artikel anderer Marken aus derselben Kategorie des Händlers in einem ähnlichen Preisband daneben. Sie sehen Preisverlauf, Distribution und Verfügbarkeit nebeneinander und den geschätzten Umsatzanteil pro Marke und Händler. Mehr auf der Produktseite und zu den einzelnen Händlern unter Händler.
Diese Daten für Ihre Marke sehen
watch.diy beobachtet Listung, Preis und Filialbestand bei Hornbach, OBI, Bauhaus und toom für Ihre Artikel und die Ihrer Wettbewerber. In einer 30-minütigen Demo sehen Sie Ihre eigenen Daten.
Quellen
- OBI, Pressemitteilung vom 08.10.2025 („Alles Machbar“ Supplier Day): Eigenmarken wie LUX-TOOLS, Jamestown und baliv sollen „über alle Länder hinweg stärker“ aufgestellt werden
- OBI Nachhaltigkeitserklärung 2025: Sortiment „überwiegend aus Produkten von Markenherstellern“, zu einem geringeren Teil Eigenmarkenartikel
- toom, Eigenmarke: „Entdecke unsere Eigenmarken-Produkte“
- HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26, Brief an die Aktionäre (S. 6): „auf Dauertiefpreise zu setzen, statt kurzfristige Rabattaktionen auszuloben“
- OBI Marktseite (Beispiel Waldshut-Tiengen), FAQ und Fußnote zu Verfügbarkeit und Marktpreis
- toom Produktseite (Beispiel, Stand 16.10.2026): „Die angegebenen Verfügbarkeiten beziehen sich auf den unter ‚Mein Markt‘ ausgewählten toom Baumarkt“
- HORNBACH Baumarkt AG, Geschäftsbericht 2025/26 (Stand 28.02.2026): 173 Bau- und Gartenmärkte und drei BODENHAUS-Fachmärkte, davon 100 Standorte in Deutschland
- OBI Corporate, Unternehmensseite: „Alleine in Deutschland mehr als 350 Märkte“
- BAUHAUS AG, Pressemitteilung vom 08.10.2025: „in Deutschland mehr als 160 Fachcentren“
- REWE-ZENTRALFINANZ eG, Finanzbericht 2025 (Konzern-Lagebericht, S. 7): toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt betreiben in Deutschland 267 Märkte, zusätzlich werden 34 Kaufleute und Franchisenehmer beliefert
Filialzahlen nach Angaben der Händler zum jeweils genannten Stand; sie ändern sich durch Eröffnungen, Schließungen und Übernahmen.
Weitere Ratgeber
Begriffe wie Distributionsgrad, OOS-Quote oder Abverkauf erklärt das Glossar DIY-Handel.
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